Auf den Hund kommen

Hast du dich schon einmal gefragt, warum wir manchmal ganz komische Sätze sagen, die eigentlich gar keinen Sinn ergeben, wenn man sie wörtlich nimmt? Solche Sätze nennen wir Redewendungen. Viele dieser Sprüche haben mit unseren liebsten Vierbeiners zu tun. Heute schauen wir uns eine ganz besondere Geschichte an.

Auf den Hund kommen

Wenn heute jemand sagt, dass er auf den Hund gekommen ist, dann meint er damit nicht, dass er sich gerade gemütlich zu seinem Haustier auf den Boden gesetzt hat. Eigentlich ist das eine eher traurige Redewendung. Es bedeutet nämlich, dass es jemandem finanziell nicht gut geht oder dass er in eine schwierige Lage geraten ist. Man könnte auch sagen: Jemand ist arm geworden.

Doch warum sagen wir das so? Um das zu verstehen, müssen wir eine kleine Zeitreise machen. Früher, als es noch keine Autos und Lastwagen gab, nutzten die Menschen Tiere, um schwere Dinge zu transportieren.

  • Die Reichen: Wer viel Geld hatte, besaß prachtvolle Pferde. Diese zogen große Kutschen oder schwere Wagen.
  • Die weniger Reichen: Wenn das Geld knapper wurde, konnten sich die Menschen keine teuren Pferde mehr leisten. Sie stiegen auf kleinere Tiere um, wie zum Beispiel Esel.
  • Die Armen: Wer schließlich ganz wenig Geld hatte, dem blieb oft nur noch der treue Hund. Hunde waren damals viel günstiger als Pferde. Sie halfen den Menschen, kleine Karren mit Milch, Gemüse oder Holz zu ziehen.

Wer also sprichwörtlich auf den Hund gekommen war, hatte sein ganzes Geld verloren und musste seine Waren nun von einem Hund ziehen lassen, statt von einem stolzen Pferd. Heute benutzen wir den Satz oft, wenn etwas schiefgegangen ist. Wenn du zum Beispiel dein gesamtes Taschengeld für Süßigkeiten ausgegeben hast und dir nun das Comic-Heft nicht mehr kaufen kannst, bist du ein kleines bisschen „auf den Hund gekommen“.

Es gibt noch viele weitere spannende Redewendungen mit Hund, die uns zeigen, wie eng das Leben der Menschen schon immer mit den flauschigen Vierbeiners verbunden war. Auch wenn dieses Sprichwort eine schwierige Lage beschreibt, zeigt es uns doch eines: Der Hund war schon immer ein treuer Helfer, der den Menschen auch in schweren Zeiten nicht von der Seite wich.